Portfolio Drogeriemarkt-Kette dm baut Gesundheitsangebote aus

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Drogeriemarkt-Kette dm setzt verstärkt auf das Thema Gesundheit und will noch in diesem Jahr mit der Versand-Apotheke starten.

Der Drogeriemarkt dm steigt in den Handel mit apothekenpflichtigen Produkten, also rezeptfreien OTC-Produkten und apothekenexklusiver Kosmetik, ein.(Bild:  dm-drogerie markt / Uli Deck)
Der Drogeriemarkt dm steigt in den Handel mit apothekenpflichtigen Produkten, also rezeptfreien OTC-Produkten und apothekenexklusiver Kosmetik, ein.
(Bild: dm-drogerie markt / Uli Deck)

Die Menschen befassten sich mehr mit ihrer Gesundheit, erklärte dm-Konzernchef Christoph Werner in Karlsruhe. Zudem zeichne sich eine „Gesundheitskrise“ ab, weil viele Babyboomer aus Gesundheitsberufen ausschieden, aber weniger nachkämen. „Das heißt, wir laufen auf einen Engpass zu. Deswegen glauben wir, dass Menschen offen sein werden für Angebote auch außerhalb der klassischen Praxen.“

Seit kurzem testet dm in ausgewählten Filialen Gesundheitsangebote wie Haut- und Blutanalysen sowie Augenscreenings, was bei Arztverbänden auf Kritik stieß. Außerdem gibt es inzwischen Selbsttests, etwa für Vitamin D und Eisen, im Angebot. Noch in diesem Jahr soll zudem eine eigene Online-Apotheke für rezeptfreie Medikamente wie Schmerzmittel starten.

Werner kritisierte eine „Besitzstandswahrung“ und Widerstand gegen Neuerungen in Deutschland. Etwa im Gesundheitsbereich werde jeder Vorschlag als abwegig dargestellt, obwohl jeder die Probleme sehen könne.

Umsatz deutlich gesteigert

Das Unternehmen experimentiere in dem Segment ohne zeitlichen Druck, sagte der Konzernchef. Da stecke viel Potenzial drin. „Wie groß es ist, werden wir sehen“, sagte Werner auch mit Blick auf den Umsatz der Kette.

Angesichts der Kostenexplosion im Gesundheitswesen wird deutlich, dass das Gesundheitssystem einen fundamentalen Wandel braucht, weg von einer überwiegend krankheits- und heilungszentrierten Ausrichtung, hin zu mehr Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung.

Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung von dm-drogerie markt

Dieser stieg im Geschäftsjahr 2024/25 (bis 30. September) erneut – europaweit auf knapp 19,2 Milliarden Euro und davon in Deutschland auf rund 13,3 Milliarden Euro. Doch die Zuwächse sind über die vergangenen drei Jahre rückläufig gewesen, betrugen zuletzt in Deutschland 6,5 Prozent und für die gesamte Gruppe 8,2 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten stieg binnen eines Jahres um mehr als 4.000 auf 93.426, davon gut zwei Drittel in Deutschland.

„Angesichts der Kostenexplosion im Gesundheitswesen wird deutlich, dass das Gesundheitssystem einen fundamentalen Wandel braucht, weg von einer überwiegend krankheits- und heilungszentrierten Ausrichtung, hin zu mehr Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung“, so Werner. Als Beispiele nannte er den massenhaften Einsatz von Wearables wie Smartwatches sowie die Möglichkeiten der Telemedizin und neuer Testmöglichkeiten durch KI-Tools, etwa beim Augen- und Hautscreening.

Derzeit bietet das Unternehmen in den Testmärkten Augenscreening mit dem Kooperationspartner Skleo Health, die KI-gestützte Hautanalyse von dermanostic und eine Auswahl an Blutanalysen mit dem Partner Aware Health an.

Dass dieses Angebot an etablierten Strukturen rüttele, sei an der Resonanz von Apothekern, Optikern, Ärzten und Medien auf die Pilotmärkte zu erkennen. „Wir wollen die Gesundheitskompetenz und Ermächtigung unserer Kundinnen und Kunden durch ein erweitertes Sortiments- und Serviceangebot steigern“, sagt Christoph Werner.

Mehr als zwei Millionen Kundinnen und Kunden pro Tag

Hierzulande kaufen den Angaben nach täglich im Schnitt rund 2,2 Millionen Menschen bei dm ein. Die Zahl der Filialen wuchs hierzulande nach Neueröffnungen und Schließungen um 23 auf 2.154.

1.847 Abholstationen sollen den Einkauf vereinfachen. An sechs Standorten erprobt dm seit diesem Jahr auch den Einsatz sogenannter 24/7-Abholstationen, damit Kundinnen und Kunden auch außerhalb von Ladenöffnungszeiten an die bestellte Ware kommen. Neu hinzugekommen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr auch das Sortiment „Home & Living“ und die Eigenmarke „dm home“ für Haushaltsartikel und Dekor.

(ID:50599590)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung