30. September 2026 „FOMF Medical Circle“ debütiert

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Brüssel hat die Hochrisiko-Pflichten der KI-Verordnung entzerrt; doch der Druck in den Kliniken bleibt. Ein neues Berliner Dialogformat will mit Interoperabilitäts-Expertise, Maximalversorger-Praxis und Start-up-Perspektive an einem Tisch.

Ein medizinisches Dialogforum möchte am 30. September verschiedene Perspektiven an einem Tisch versammeln.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Ein medizinisches Dialogforum möchte am 30. September verschiedene Perspektiven an einem Tisch versammeln.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Das Forum für medizinische Fortbildung (FOMF) veranstaltet am 30. September 2026 erstmals den FOMF Medical Circle. Das Dialogforum läuft von 17 bis 21 Uhr im Firespace Berlin in der Schlegelstraße 26c und richtet sich nach Veranstalterangaben an einen begrenzten Kreis von Führungskräften aus dem Gesundheitswesen. Anlass ist unter anderem das 20-jährige Bestehen von FOMF in Deutschland.

Vier Entwicklungen, die sich überlagern

Thematisch möchte der Medical Circle dort ansetzen, wo Kliniken mehrere Baustellen parallel bearbeiten müssen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verändern Prozesse und Rollenbilder, die regulatorischen Anforderungen steigen, der wirtschaftliche Druck wächst, und der Fachkräftemangel betrifft nahezu alle Versorgungsbereiche.

Den Auftakt bildet Prof. Dr. med. Kai Wehkamp mit dem Vortrag „Wer trägt den Wandel? Rollenwandel und Resilienz im Gesundheitswesen“. Wehkamp lehrt seit 2024 als Professor für angewandte Künstliche Intelligenz in der Medizin an der MSH Medical School Hamburg, zuvor war er am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, tätig.

Seine Position hat er früh markiert. Es gehe nicht darum, „Mediziner oder Pflegekräfte zu ersetzen“, sagte er 2023 in einem Interview, gerade die menschlichen Aspekte seien „ein wesentlicher Bestandteil guter Medizin“. Zugleich warnte er davor, dass sich Behandelnde zu stark auf KI-Hinweise verlassen.

Podium deckt drei Perspektiven ab

In der anschließenden Diskussion trifft Wehkamp auf Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Sylvia Thun, Direktorin und Professorin für Digitale Medizin und Interoperabilität am Berlin Institute of Health in der Charité. Thun leitet ein nationales Expertengremium für Interoperabilität und plädiert dafür, internationale Standards und Terminologien verbindlich vorzuschreiben. Ihr Argument: Interoperabilität ist mehr als Datentransport, entscheidend ist die korrekte inhaltliche Interpretation.

Die Versorgungsperspektive vertritt Dr. med. Mina Baumgarten, Prokuristin bei der Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH und dort verantwortlich für das Ressort Geschäftsprozesse und Versorgungsinnovation. Für die Start-up-Sicht steht Healthcare-Entrepreneur Jonah Grütters, Mitgründer der Innovationsplattform acceler8health. Ergänzt wird das Podium durch FOMF-Mitgründer Dr. med. Wafa Enayati, und auch das Publikum soll in die Gesprächsrunde eingebunden werden.

Vom CME-Veranstalter zur Plattform

FOMF wurde 2006 von Enayati und Dr. med. Martin S. Taheri gegründet: Beide waren damals Assistenzärzte, die kompakte, alltagstaugliche Fortbildungsformate vermissten. Heute bietet das Unternehmen nach eigenen Angaben in der DACH-Region über 6.000 jährlich aktualisierte On-demand-Vorträge sowie mehr als 500 akkreditierte Live- und On-Demand-Kurse. Das Portfolio wird mit Fachzertifikaten, Formaten für angehende Medizinerinnen und Mediziner sowie Angeboten für MFAs abgerundet.

Zum Medical Circle sagt Taheri, dass man „ein neues Dialogforum etablieren“ wolle,„ das Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Versorgung, Wirtschaft, Politik, Verbänden und weiteren Bereichen des Gesundheitswesens zusammenbringt“.

Weitere Informationen zum Medical Circle, wie etwa die expliziten Teilnahmebedingungen, finden Sie auf der offiziellen Webseite des FOMF.

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